Auftraggeber:
Brenner Basistunnel SE
Bauzeit:
2014 – 2022
Stadt/Land:
Österreich & Italien
Auftragswert:
€ 10,5 Milliarden
Brenner Basistunnel
Österreich & Italien
Ein neues Zeitalter der Bahnverbindung inmitten der Alpen beginnt
Der Brenner Basistunnel (BBT) verbindet Österreich und Italien. Der Eisenbahntunnel bildet das Herzstück der skandinavisch-mediterranen TEN-Korridore von Helsinki bis Valetta und verläuft über 55 Kilometer von Innsbruck nach Franzensfeste. Unter Berücksichtigung des bestehenden Umfahrungstunnels Inntaltunnel ergibt sich damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt mit einer Gesamtlänge von 64 Kilometer.
Der BBT besteht aus zwei eingleisigen Haupttunnelröhren mit einer Breite von jeweils 8,1 Metern und einem Abstand von 40 bis 70 Metern. Die beiden Haupttunnelröhren sind alle 333 Meter durch Querschläge miteinander verbunden, die im Ereignisfall als Fluchtwege dienen. Außerdem sind auf der Strecke drei Nothaltestellen verteilt, in denen die Züge bei unerwarteten Ereignissen sicher stehen bleiben können.
Eine Besonderheit des Brenner Basistunnels ist der durchgehende Erkundungsstollen unter den beiden eingleisigen Haupttunnelröhren. Er befindet sich mittig unter den Röhren in rund 12 Metern Tiefe und hat einen Durchmesser von 5 bis 6 Metern. Insgesamt umfasst das Tunnelsystem des Brenner Basistunnels circa 230 Tunnelkilometer.
Durch die nahezu horizontale Tunneltrasse werden die Steigungen der bestehenden, mehr als 140 Jahre alten Brennerstrecke vermieden. Die Gesamtkosten des Projekts, dessen Fertigstellung für das Jahr 2032 geplant ist, werden auf 10,5 Milliarden Euro geschätzt.
Die STRABAG ist seit 2009 am österreichischen Abschnitt des BBT beteiligt und bringt in verschiedenen Baulosen (EBN, AFA, KSP und ATP) ihre Expertise als technischer Führer und Problemlöser unter geologisch schwierigen Bedingungen ein. Herzstück des BBT sind die sich kreuzenden Verbindungstunnel mit einer Gesamtlänge von rund 7 Kilometern, die die Ost-West-Trasse des 1994 fertiggestellten Inntaltunnels mit den Nord-Süd-Röhren des BBT verbinden. Diese Verbindung konnte nur durch die Integration der Baulose EBN, AFA und ATP durch die STRABAG erreicht werden. Mit dem Durchschlag im Erkundungsstollen im Juli 2020 wurde Innsbruck an das Baulos H51 angeschlossen und mit dem geologisch anspruchsvollen Hilfsvortrieb „Iris“ wurde im Sommer 2021 ein weiterer wesentlicher Grundstein für die Hauptröhrenvortriebe in den Baulosen H41/H53 gelegt.
Umfang der Leistungen
- Bau von Eisenbahntunnelabschnitten
- Tunnelbau- und Untertagebauarbeiten
- Aushub von Tunnelverbindungen und Verknüpfungsbauwerken
- Bauarbeiten unter komplexen geologischen Bedingungen
- Integration mehrerer Bauabschnitte
- Bereitstellung wesentlicher Infrastruktur für den Brenner Basistunnel